ahrlp_20160309_131618Trier. Nach dem Erfolg des letzten Jahres wurden den Prostituierten in den Bordellen, Wohnungen, Bars und auf den Straßen anlässlich des
Weltfrauentags Rosen durch die AIDS-Hilfe Trier e.V. und das Gesundheitsamt Trier-Saarburg überreicht.

Die Beratungsstelle für SexarbeiterInnen und die AIDS-Hilfe Trier e.V. veranstalteten zum Anlass des Weltfrauentags am 08. März wiederholt eine Aktion, bei der sie Rosen, kleine Aufmerksamkeiten und Informationsmaterial an die SexarbeiterInnen in Trier verteilten. Sie überreichten 120 Rosen, die sie durch Sponsoring einzelner Blumenhändler zur Verfügung hatten. Besonders in den osteuropäischen Heimatländern wird die Blume
als Zeichen für Gleichberechtigung und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen verschenkt.

Die Sozialarbeiterinnen Tanja Zerfaß (Gesundheitsamt Trier-Saarburg) und Katja Sauer (AIDS-Hilfe Trier e.V.) drückten so ihren Respekt und ihre
Wertschätzung gegenüber den Prostituierten aus. „Frauen, die sich prostituieren werden immer noch von der Gesellschaft ausgegrenzt und abgewertet. Dagegen wollten wir ein Zeichen setzen“, schilderte Tanja Zerfaß während der Aktion.

Neben den Rosen wurden zusätzlich „Maritzen“ (auf Deutsch etwa “Märzchen”) verschenkt. In Bulgarien und Rumänien, wo die SexarbeiterInnen aus Trier am häufigsten herstammen, ist es Tradition, dass man Anfang März ein rot-weißes Armband an Ehefrau, Partnerin oder Freundinnen  verschenkt – eine „Maritza“. Diese wird am linken Arm getragen und beschert der Frau Gesundheit für ein ganzes Jahr.

Die Reaktionen der Prostituierten waren überwältigend. Sie zeigten ein breites Spektrum an Emotionen: von gerührt bis hin zur großen Freude war alles dabei. „Was gibt es Schöneres, als zum Dank von fremden Menschen umarmt zu werden?“ (Carina Blum, Praktikantin im Gesundheitsamt Trier-Saarburg). Die Frauen fühlten sich respektiert und waren offen für die aufsuchende Arbeit.

Viele Frauen wissen gar nicht, dass es eine Beratungsstelle für SexarbeiterInnen mit einem gynäkologischen Untersuchungsangebot in Trier-Saarburg gibt. Dort können sie sich kostenlos, anonym und ohne Krankenversicherung einer Kontrolluntersuchung unterziehen oder sich bei akuten Beschwerden untersuchen lassen. „Es ist wichtig, dass die SexarbeiterInnen merken, dass sie nicht das letzte Segment der Gesellschaft sind.“, so Katja Sauer von der AIDS-Hilfe e.V. in Trier. „Diese Frauen haben eine Stimme in der Öffentlichkeit verdient. Wir wollen nicht über die Frauen sprechen, sondern mit ihnen!“