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AIDS-Hilfe Trier

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Fakten & Mythen zur Sexarbeit

Über Sexarbeit kursieren viele Mythen und falsche Vorstellungen – oft auch unter Freiern und selbst unter Sexarbeiter_innen. Wir möchten daher ein paar dieser Vorstellungen aufgreifen.

Mythos „Bockschein“

Bis Ende des Jahres 2000 gab es für Sexarbeiter_innen verpflichtende Gesundheitsuntersuchungen.

Das amtsärztliche Gesundheitszeugnis wurde umgangssprachlich als „Bockschein“ bezeichnet. Namensgeber war der gynäkologische Untersuchungsstuhl, der auch „Bock“ genannt wird.

Im Jahr 2001 wurde der „Bockschein“ mit Einführung des Infektionsschutzgesetzes abgeschafft.

Sexarbeiter_innen müssen seitdem nicht mehr nachweisen, dass sie keine sexuell übertragbaren Infektionen haben.

Freier können daher nie sicher wissen, ob Sexarbeiter_innen HIV, Hepatitis, Syphilis oder eine andere Infektion haben.

Daher also besser zum Selbstschutz Kondome benutzen!

Fakt: Kostenlose Tests & Unterstützung vom Gesundheitsamt

Natürlich können sich Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter auch weiterhin freiwillig im Gesundheitsamt testen lassen.

Seit 2014 besucht eine Sozialarbeiterin des Gesundheitsamtes Trier-Saarburg regelmäßig die Sexarbeiterinnen in verschiedenen Puffs/Bordellen und auf dem Straßenstrich.

Tanja Zerfass informiert über sexuell übertragbare Infektionen (STIs), gibt Kondome aus und informiert über HIV-/STI-Testmöglichkeiten.

Wenn Sie in der Sexarbeit tätig sind, müssen Sie natürlich nicht erst warten, bis Sie von ihr angesprochen werden.

Sie können auch selbst zum Gesundheitsamt gehen und die Test- und Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen.

Mythos „Stammkunden-Bonus“

Nur weil Sie vielleicht Stammkunde einer Sexarbeiterin oder eines Sexarbeiters sind: einen „Bonus“ beim Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen haben Sie dadurch nicht.

Sex mit immer der gleichen Sexarbeiterin oder dem gleichen Sexarbeiter ist für viele Freier vertrauter, intimer und schöner. Es schützt aber nicht vor Krankheiten!

Ganz im Gegenteil: Gerade die große Vertrautheit verleitet  verleitet schnell dazu, auf Kondome zu verzichten.

Aber: „Ihre“ Sexarbeiterin bzw. „Ihr“ Sexarbeiter hat noch andere Stammkunden und vielleicht auch weitere Gelegenheitsfreier. Was sie/er Ihnen anbietet, das bietet sie/er auch anderen an.

Wenn Sie Stammkunde sind, seien Sie fair und benutzen ein Kondom. Das schützt nicht nur Sie (und gegebenenfalls ihre Partnerin/ihren Partner zu Hause), sondern auch die Sexarbeiterin/den Sexarbeiter.

Fakt: Echte Profis benutzen Gummis – immer!

Sexarbeiter_innen, die ihren Beruf aus freien Stücken und mit Freude ausüben, achten auf ihre Gesundheit. Nur so können sie langfristig ihren Job machen.

Dazu gehört vor allem der Schutz vor HIV und anderen sexuellen Infektionen: Geschlechtsverkehr (Vaginalsex), Oralverkehr („Französisch“) und Analverkehr („Griechisch“) immer nur mit Kondom.

Die meisten Profis bestehen sogar darauf, immer nur ihre eigenen Kondome zu verwenden. Sie ziehen auch das Kondom selbst über – nur so können Sie sicher sein, dass alles seine Ordnung hat.

Sexarbeiter_innen aus dem (osteuropäischen) Ausland sind oft nicht allzu lange in einer Stadt. Sie reisen quer durch die EU von einem Puff/Strich zum nächsten.

Einige wurden mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt: sie gehen ihrem Job  nicht immer freiwillig nach.

Viele von ihnen haben in ihrem Heimatland auch nichts über HIV, Syphilis & Co. gehört.

Sie sind in der Sexarbeit tätig? Dann informieren Sie sich genau über die jeweiligen Risiken, bevor Sie ungeschützten Sex (egal ob oral, vaginal oder anal) anbieten.

Sie sind Kunde/Freier? Dann akzeptieren Sie es, wenn eine Sexarbeiterin oder ein Sexarbeiter nur geschützten Sex anbietet.

Im Vorfeld feste Absprachen zu treffen und sich daran zu halten, ist das A und O für eine faire Sexarbeit.

Mythos: „Im Bordell sind die Frauen „gesund“, auf dem Strich nicht!“

Viele Freier glauben, dass Sexarbeiter_innen im Bordell auf alle Fälle „gesund“ sind, also keine sexuellen Infektionen haben. Der Straßenstrich gilt dagegen eher als „gefährlich“.

Früher stimmte das vielleicht, heute aber nicht mehr!

Auch im Bordell bieten Frauen heute zum Beispiel Oralverkehr („Französisch“) ohne Kondom an.

Auch im Bordell werden Frauen heute nicht mehr routinemäßig auf sexuell übertragbare Infektionen untersucht (Mythos „Bockschein“).

Heutzutage entscheidet oft eher die Herkunft, ob eine Sexarbeiterin auf dem Strich steht oder im Bordell arbeitet:

Je ärmer das Herkunftsland der Frauen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit den geringeren Einnahmen auf dem Straßenstrich zufrieden geben.

Fakt: HIV-Risiken werden überschätzt, STI-Risiken unterschätzt!

Wenn Sie ein paar grundlegende „Safer-Sex-Regeln“ einhalten, müssen Sie sich wegen HIV keine Sorgen machen.

Die Regeln besagen: Geschlechtsverkehr (Vaginalsex) und Analverkehr („Griechisch“) nur mit Kondom. Oralverkehr („Französisch“) ist sicher, solange kein Menstruationsblut oder kein Sperma in den Mund kommt.

Die meisten anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) wie Hepatitis B, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö (Tripper) sind dagegen viel leichter übertragbar.

Alle diese Erreger kann sich ein Freier schon dann holen, wenn er sich ohne Kondom einen blasen lässt.

Auch bei Vaginal- oder Analverkehr ohne Kondom besteht ein Ansteckungsrisiko mit diesen Infektionen.

Selbst wenn ein Freier oder eine Sexarbeiterin/ein Sexarbeiter einen negativen HIV-Test vorlegt: Bestehen Sie im eigenen Interesse auf Kondombenutzung!

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