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AIDS-Hilfe Rheinland-Pfalz e.V.

Landesverband der
rheinland-pfälzischen AIDS-Hilfen
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Fax: 065/970 44 21

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HIV- & STI-Tests: Welche Anlaufstellen gibt es?

Als Anlaufstelle für HIV- & STI-Tests in Frage kommen

 

Seit September 2018 sind auch Selbsttests in Deutschland zugelassen. Man kann sie z.B. in Apotheken, Drogeriemärkten und in einigen AIDS-Hilfen erwerben.

HIV/STI-Tests in den Gesundheitsämtern in RLP
HIV-Tests in Gesundheitsämtern

Alle Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz bieten den HIV-Test an. Er wird in Form eines Antigen-Antikörper-Tests durchgeführt. Dieser Test ist im Gesundheitsamt kostenlos.

Außerdem müssen alle Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz den Test auch anonym anbieten.

Wenn Sie also im Gesundheitsamt nach Ihrem Namen gefragt werden: Verweisen Sie darauf, dass Sie ein Recht auf anonyme Testdurchführung haben.

Die Gesundheitsämter sind außerdem angehalten, den HIV-Test nur nach eingehender Beratung vor Testdurchführung und zusätzlich beim Abholen des Ergebnisses durchzuführen.

Aus Erfahrung wissen wir aber, dass die Testberatung mancherorts zu kurz kommt.

In dem Fall können Sie sich selbstverständlich an Ihre örtliche AIDS-Hilfe wenden. Wir beraten Sie gerne und natürlich anonym, vertraulich und kompetent!

HIV-Schnelltests in Gesundheitsämtern

Einige wenige Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz bieten außerdem einen HIV-Schnelltest an – manchmal jedoch gegen eine Eigenbeteiligung in Höhe von etwa 10 €.

STI-Beratung in Gesundheitsämtern

In den Gesundheitsämtern können Sie sich auch beraten lassen, wenn Sie sich auf andere sexuell übertragbare Infektionen testen lassen möchten. Die Berater_innen werden dann zusammen mit Ihnen prüfen, welche Tests für Sie aktuell Sinn machen – und welche nicht. Nur in den allerwenigsten Fällen ist es wirklich angezeigt, „einfach mal auf alles“ zu testen.

Prinzipiell sind in den Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz auch Tests auf Syphilis und Hepatitis sowie eine Bestimmung des Impfschutzes gegen Hepatitis B (Antikörpertiter-Bestimmung) möglich. Ob das Gesundheitsamt hierfür eine Gebühr erhebt, ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Einige Gesundheitsämter bieten etwa für Menschen aus Hauptbetroffenengruppen auch Abstrichuntersuchungen auf Chlamydien und/oder Gonokokken („Tripper“) an.

Wichtig: Wenn ein STI-Test etwas kostet, ist er mitunter auch nicht mehr anonym. Rechnungen werden nämlich postalisch versendet, so dass Sie Name und Adresse angeben müssen..

Andere STI-Tests werden in den Gesundheitsämtern in der Regel nicht angeboten.

ahrlp_junges_paar_2HIV/STI-Tests in Arztpraxen & Krankenhäusern
HIV-Tests in Arztpraxen & Krankenhäusern

In Arztpraxen und Krankenhäusern kosten HIV- Tests in aller Regel Geld. Die Krankenkasse kommt nur beim Vorliegen einer so genannten Indikation für die Kosten auf. Dies ist der Fall bei konkretem Verdacht auf eine HIV-Infektion bzw. wenn HIV differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden muss.

Die meisten Arztpraxen und Krankenhäuser führen heute – wie die Gesundheitsämter – HIV-Antigen-Antikörper-Tests durch. Es ist aber nicht auszuschließen, dass einige Praxen noch die veralteten reinen Antikörper-Tests verwenden.

Lautet das Testergebnis HIV-positiv, wird es stets aktenkundig.

Das kann zu ungeahnten Folgeproblemen führen: So wird es etwa schwieriger (oder zumindest kostenintensiver), wenn Sie bestimmte Versicherungen abschließen wollen.

Aus unserer Erfahrung wissen wir leider auch, dass einige Ärzt_innen bei einem positiven HIV-Befund überfordert sind und schnell „kopflos“ oder zumindest unsensibel reagieren.

In einem solchen Falle legen wir Ihnen dringend nahe, zur Krisenintervention in Ihre örtliche AIDS-Hilfe zu kommen!

STI-Tests in Arztpraxen & Krankenhäusern

STI-Tests können Sie bei Dermatolog_innen (also Hautärzt_innen) sowie bei Urolog_innen bzw. Gynäkolog_innen (also Frauenärzt_innen) durchführen lassen.

Dies geht bei niedergelassen Ärzt_innen und auch im Krankenhaus.

In beiden Fällen entscheidet wiederum das Vorliegen einer Indikation, ob die Krankenkasse für die Kosten aufkommt oder nicht.

Chlamydien-Untersuchungen mittels Abstrichen oder Urinuntersuchungen gehören für Gynäkolog_innen zur Routine.

Der „STI-Check“

Einige Ärzt_innen bieten als eine Zusatzleistung gezielt STI-Checks an. Dies ist prinzipiell eine gute Sache.

Doch manchmal entpuppen sich diese STI-Checks als „Mogelpackung“: Denn wenn nur Blut abgenommen wird, kann lediglich auf HIV, Hepatitis und Syphilis getestet werden.

Zu einem richtigen STI-Check gehört außerdem die Inaugenscheinnahme (also das Ansehen und ggf. Abfühlen) der Geschlechtsorgane etwa zur Diagnostik von Genitalherpes und Feigwarzen.

Zum anderen sollte ein STI-Check eine Untersuchung auf Chlamydien und Gonokokken („Tripper“) beinhalten. Zum Nachweis einer Infektion der Harnröhre kann ein Urintest durchgeführt werden.

Bei aufnehmendem Analverkehr kann eine Infektion jedoch auch im Rektum (also im Enddarm), bei aufnehmendem Oralverkehr auch im Rachen (Pharynx) vorliegen. Dies kann nur mittels Abstrich untersucht werden.

Welche Untersuchungen angezeigt sind, hängt somit auch von der Sexualanamnese ab: Ärzt_innen, die Sie nicht offen nach den von Ihnen praktizierten sexuellen Handlungen fragen, können daher auch keinen qualifizierten STI-Check durchführen.

ahrlp_junges_paar_6HIV- und STI-Tests bei der Blutspende

Selbstverständlich werden alle Blutspenden in Deutschland routinemäßig auf HIV, Hepatitis und Syphilis untersucht. Diese Tests kosten die Blutspender_innen nichts.

Allerdings sind die Tests keinesfalls anonym: Im Falle eines positiven Befundes muss schließlich eine Zuordnung der Blutprobe zum Spender bzw. der Spenderin möglich sein.

Positive HIV- und STI-Befunde bei der Blutspende sind sofort aktenkundig – also genauso wie der Test bei niedergelassenen Ärzt_innen.

Eine Blutspende allein aus dem Grund, sich auf HIV testen lassen zu wollen, ist somit keine gute Idee. Zumal Hauptbetroffenengruppen und andere vermeintliche „Risikogruppen“ in Deutschland von der Blutspende ausgeschlossen sind.

Selbsttests

Wenn Sie nicht zu Ärzt_innen, Testprojekten oder Gesundheitsämtern gehen möchten, um sich auf HIV testen zu lassen, steht Ihnen seit September 2018 auch die Möglichkeit zum „Selbsttest“ offen. Testverfahren für andere sexuell übertragbare Infektionen sind in Deutschland bislang aber noch nicht als Selbsttest zugelassen.

Mehrere Selbsttest-Verfahren haben eine EU-Zulassung und können daher auch in Deutschland käuflich erworben werden (z.B. in Apotheken, Drogeriemärkten und einigen AIDS-Hilfen). Einen Überblick über die aktuell zugelassenen Tests mit Links zur Gebrauchsanweisung sowie zu Benutzervideos finden Sie auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts.

Wichtig für die Anwendung eines HIV-Selbsttests sind u.a. folgende Punkte:

  1. Ein CE-Zeichen ist noch keine Garantie für eine EU-Zulassung. Es kann auch sein, dass lediglich ein einzelner Bestandteil eines Tests (z.B. eine Kanüle) CE-zertifiziert ist, der Test als ganzes aber nicht. Lassen Sie daher besser von einem Selbsttest aus dem Internet die Finger, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob der Test EU-Zulassung hat.
  2. Ein Selbsttest ist ein Schelltest. Ein negatives Testergebnis ist daher erst 12 Wochen nach dem letzten Risikokontakt aussagekräftig (Stand: Dezember 2018).
  3. Anders als bei einem „Labortest“ gibt es bei HIV-Schnelltests und damit auch beim Selbsttest keinen zusätzlichen Bestätigungstest. Während ein negatives Schnelltestergebnis 12 Wochen nach dem letzten Risikokontakt aussagekräftig ist, kann ein Schnelltest in seltenen Fällen mal „falsch positiv“ ausfallen: also reagieren, obwohl in Wirklichkeit keine HIV-Infektion vorliegt. Ein „positives“, oder besser gesagt: reaktives Testergebnis müssen Sie daher unbedingt durch einen Labortest im Gesundheitsamt oder bei einem Arzt/eine_r Ärzt_in bestätigen lassen.

Auch wenn Sie einen Selbsttest „alleine“ durchführen, werden Sie mit einem reaktiven/positiven Testergebnis nicht „allein gelassen“: In Ihrer örtlichen AIDS-Hilfe können Sie sich selbstverständlich beraten lassen und sich Hilfe holen.

Einige AIDS-Hilfen bieten daher auch einen „begleiteten Selbsttest“ an, d.h. Sie können den Test direkt in der AIDS-Hilfe erwerben, auf Wunsch eine Testberatung in Anspruch nehmen und sich bei der Durchführung von Fachleuten „über die Schulter sehen lassen“.

Speziallabore

In Speziallaboren können Sie für oft sehr viel Geld HIV-Antigen-Antikörper-Tests durchführen lassen.

Da es dieses Angebot auch kostenfrei in den Gesundheitsämtern gibt, macht der Test im Labor jedoch wenig Sinn.

Allerdings bieten diese Labore auch den PCR-Test an, den man auch als „Virusdirektnachweis“ bezeichnen kann.

Da der PCR das Vorhandensein der HI-Viren direkt misst, braucht nicht erst die Antikörperbildung abgewartet zu werden.

Der Test ist somit bereits etwa 14 Tage nach einem Risikokontakt aussagekräftig. Allerdings gibt es bei der Aussagekraft des PCR-Tests Einschränkungen.

Wer bereits nach wenigen Wochen Sicherheit über seinen HIV-Status haben will, muss die teils hohen Gebühren für einen PCR-Test selbst bezahlen.

Wo Sie in Ihrer Nähe ein Labor finden, das den PCR-Test anbietet, kann Ihnen Ihre örtliche AIDS-Hilfe mitteilen.