ahrlp_logo
AIDS-Hilfe Rheinland-Pfalz e.V.

Landesverband der
rheinland-pfälzischen AIDS-Hilfen
Saarstraße 55
54290 Trier

Tel: 0651/9704420
Fax: 065/970 44 21

info[at]aidshilfe-rlp.de

Suche

ahrlp_junges_paar_9

STIs – Epidemiologische Situation RLP

Die Einschätzung der STI-Verbreitung in Rheinland-Pfalz ist nicht ganz einfach: Denn außer HIV ist nur die Syphilis eine nichtnamentlich meldepflichte Infektion.

Nichtnamentlich meldepflichtig bedeutet, dass Infektionen zur Erfassung der Infektionsverbreitung anonymisiert an das Robert-Koch-Institut (rki) nach Berlin gemeldet werden.

Virale Hepatitis-Fälle sind ebenfalls meldepflichtig. Bei Hepatitis ist – anders als bei HIV und Syphilis – eine Weitergabe der Infektion über alltägliche Kontakte nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

Daher werden Hepatitis-Fälle namentlich beim zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Dadurch sind wir über die Hepatitis-Zahlen für Rheinland-Pfalz ebenfalls gut im Bilde.

Andere sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien und Gonorrhö („Tripper“) sind in Deutschland nicht meldepflichtig. Genaue Infektionszahlen liegen somit nicht vor.

Syphilis in Rheinland-Pfalz

Das Robert-Koch-Institut (rki) berichtet für das Jahr 2015 von 243 und für das Jahr 2016 (Stand: 22.11.16, 12:50 Uhr) von 2 Syphilis-Infektionen in Rheinland-Pfalz. Wenn sich diese Zahl bestätigen sollte, wäre dies ein außerordentlich großer Rückgang der Syphilis-Fälle in unserem Bundesland!

Eine Syphilis-Infektion in jedem Stadium heilbar. Aber nur wer von seiner Syphilis-Infektion weiß, kann sich ärztlich behandeln lassen.

Unentdeckte Syphilis-Infektionen werden hingegen leicht an Sexualpartner_innen weitergegeben.

Wer sich über Syphilis näher informieren möchte, kann dies etwa auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe.


ahrlp_junges_paar_8Hepatitis in Rheinland-Pfalz

Hepatitis ist eine Leberentzündung, die auf unterschiedlichem Wege verursacht sein kann.

Häufige Ursache sind virale Infektionen, die auch sexuell übertragen werden können. Allerdings spielt die sexuelle Übertragung nur bei Hepatitis B eine bedeutende Rolle.

Die genauen Übertragungswege, Infektionsverläufe und Behandlungsmöglichkeiten sind bei den einzelnen viralen Hepatitiden unterschiedlich.

Denn die fünf viralen Hepatitiden A, B, C, D und E haben zwar die gleichen Krankheitsfolgen (nämlich die Leberentzündung), weisen aber an sich keine enge Verwandtschaft zueinander auf.

Chronische Verläufe sind in erster Linie bei Hepatitis B und Hepatitis C zu beobachten, bei immungeschwächten Menschen auch bei Hepatitis E.

Das rki berichtet für die beiden letzten Jahre folgende Neuinfektionszahlen zu Hepatitis in Rheinland-Pfalz:

2015 2016 (Stand: 22.11.16)
Hepatitis A
57 37
Hepatitis B
96 161
Hepatitis C 254 210
Hepatitis D
1 0
Hepatitis E
128 143

Wer sich über Hepatitis näher informieren möchte, kann dies etwa auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe.

Andere sexuell übertragbare Infektionen

Da außer HIV, Hepatitis und Syphilis in Deutschland keine STIs erfasst werden, ist eine Einschätzung ihrer Verbreitung in Rheinland-Pfalz schwierig.

Fest steht jedoch, dass Chlamydien, Gonokokken (Auslöser des „Trippers“) und Trichomonaden um ein vielfaches weiter verbreitet sind als die meldepflichtigen Infektionen.

Frauen können bei Gynäkolog_innen ein Chlamydien-Screening durchführen lassen, also eine Untersuchung ohne konkreten Infektionsverdacht.

Bis zum Alter von 25 Jahren wird ein Chlamydien-Abstrich pro Jahr von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Das Screening ist wichtig, denn Chlamydien-Infektionen können unentdeckt zu einer unumkehrbaren Unfruchtbarkeit führen.

Sie gelten daher als eine häufige Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit bei Frauen.

Gerade aber auch Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sollten eine Infektion mit Chlamydien oder Gonokokken nicht auf die leichte Schulter nehmen:

Denn gerade eine rektale Infektion mit diesen Erregern bleibt häufig unentdeckt.

Die Infektionen bedingen entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut und sowie eine starke Aktivierung des Immunsystems.

Dadurch haben STI-infizierte Männer eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, sich gleichzeitig mit HIV anzustecken.

Außerdem können sie eine bereits bestehende, nicht erfolgreich behandelte HIV-Infektion leichter an Sexualpartner weitergeben.

Wer sich allgemein über STIs näher informieren möchte, kann dies etwa auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe.

 

Empfehlungen zum STI-Screening für MSM