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AIDS-Hilfe Rheinland-Pfalz e.V.

Landesverband der
rheinland-pfälzischen AIDS-Hilfen
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Fax: 065/970 44 21

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Sofortmaßnahmen nach HIV-Kontakt/-Exposition

Bei einer Exposition (also einem Kontakt) mit HIV-haltiger Körperflüssigkeit sollten Sie unverzüglich, also möglichst innerhalb von Sekunden, handeln. In unterschiedlichen Situationen sind dabei verschiedene Sofortmaßnahmen zur Vermeidung einer HIV-Übertragung empfohlen.

Exposition über intakte Haut

empfohlene Sofortmaßnahmen: infektiöses Material beseitigen, sonst keine Maßnahmen erforderlich

Exposition über geschädigte oder entzündliche veränderte Haut

empfohlene Sofortmaßnahmen: gründliches Waschen der betroffenen Hautstelle mit Wasser und Seife;

wenn möglich im Anschluss die betroffene Stelle und deren Umfeld mit einem Tupfer mit Hautantiseptikum abreiben

Exposition des Auges

empfohlene Sofortmaßnahmen: das Auge unverzüglich mit der nächst erreichbaren geeigneten Flüssigkeit (z.B. Wasser) gründlich ausspülen;

optimal wäre das Ausspülen mit Ringer- oder mit Kochsalzlösung


ahrlp_junges_paar_4Exposition der Mundhöhle

empfohlene Sofortmaßnahmen: das infektiöse Material sofort und möglichst vollständig ausspucken;

anschließend die Mundhöhle mehrfach (etwa 4- bis 5-mal) mit Wasser gründlich etwa 15 Sekunden spülen und dann das Wasser ausspucken

Exposition bei Vaginal- oder Analverkehr

empfohlene Sofortmaßnahmen nach ungeschütztem Sex oder Kondom-Unfall: den Penis unter fließendem Wasser mit Seife abwaschen (inklusive der Innenseite der Vorhaut), nach Möglichkeit urinieren;

von Scheiden- oder Darmspülung ist wegen des Verletzungsrisikos abzuraten: Das Virus könnte dann erst recht in den Körper gelangen!

Bei Nadelstich- oder Schnittverletzung

empfohlene Sofortmaßnahmen: spontanen Blutfluss nicht unterbinden, um ein Ausschwemmen des Virusmaterials durch die Blutung nicht zu behindern;

dabei aber unbedingt auf Quetschen oder Ausdrücken direkt im Stich-/Schnittbereich verzichten, denn dadurch könnten die Viren noch tiefer ins Gewebe gedrückt werden;

danach den Stichkanal bzw. die Schnittverletzung spreizen und mit Wasser und Seife (besser noch mit Antiseptikum) ausspülen

Die weiteren Schritte

Nach Durchführung der Sofortmaßnahmen sollte möglichst schnell ein qualifizierter Arzt/eine qualifizierte Ärztin aufgesucht werden, um über die Einleitung einer Postexpositionsprophylaxe (PEP) zu entscheiden.

Bei einer beruflichen HIV-Exposition sollte man aus versicherungstechnischen Gründen außerdem eine Unfalldokumentation durch den diensthabenden Arzt/Betriebsarzt erstellen sowie einen ersten HIV-Antikörpertest bzw. Antigen-Antikörper-Test sowie ggf. eine Hepatitis-Serologie durchführen lassen.

 

Zusammenfassende Darstellung