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AIDS-Hilfe Rheinland-Pfalz e.V.

Landesverband der
rheinland-pfälzischen AIDS-Hilfen
Saarstraße 55
54290 Trier

Tel: 0651/9704420
Fax: 065/970 44 21

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HIV- & STI-Tests: Welche Anlaufstellen gibt es?

Als Anlaufstelle für HIV- & STI-Tests in Frage kommen

 

Nicht zugelassen sind Heimtests aus dem Internet. Sie sind auch nicht in Apotheken erwerbbar.

HIV/STI-Tests in den Gesundheitsämtern in RLP
HIV-Tests in Gesundheitsämtern

Alle Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz bieten den HIV-Test an. Er wird in Form eines Antigen-Antikörper-Tests durchgeführt. Dieser Test ist im Gesundheitsamt kostenlos.

Außerdem müssen alle Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz den Test auch anonym anbieten.

Wenn Sie also im Gesundheitsamt nach Ihrem Namen gefragt werden: Verweisen Sie darauf, dass Sie ein Recht auf anonyme Testdurchführung haben.

Die Gesundheitsämter sind außerdem angehalten, den HIV-Test nur nach eingehender Beratung vor Testdurchführung und zusätzlich beim Abholen des Ergebnisses durchzuführen.

Aus Erfahrung wissen wir aber, dass die Testberatung mancherorts zu kurz kommt.

In dem Fall können Sie sich selbstverständlich an Ihre örtliche AIDS-Hilfe wenden. Wir beraten Sie gerne und natürlich anonym, vertraulich und kompetent!

HIV-Schnelltests in Gesundheitsämtern

Einige wenige Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz bieten außerdem einen HIV-Schnelltest an – meist jedoch gegen eine Eigenbeteiligung in Höhe von etwa 10 €.

STI-Tests in Gesundheitsämtern

In den Gesundheitsämtern können Sie sich auch auf Syphilis und Hepatitis testen sowie Ihren Hepatitis-Impftiter bestimmen lassen. Ob das Gesundheitsamt hierfür eine Gebühr erhebt, ist von Ort zu Ort unterschiedlich.

Wichtig: Wenn ein STI-Test etwas kostet, ist er auch nicht mehr anonym. Die Rechnung wird nämlich postalisch versendet. Es müssen also Name und Adresse hinterlegt sein.

Andere STI-Tests werden in den Gesundheitsämtern in der Regel nicht angeboten.

ahrlp_junges_paar_2HIV/STI-Tests in Arztpraxen & Krankenhäusern
HIV-Tests in Arztpraxen & Krankenhäusern

In Arztpraxen und Krankenhäusern kosten HIV- Tests in aller Regel Geld.Die Krankenkasse kommt nur beim Vorliegen einer so genannten Indikation für die Kosten auf. Dies ist der Fall bei konkretem Verdacht auf eine HIV-Infektion bzw. wenn HIV differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden muss.

Die meisten Arztpraxen und Krankenhäuser führen heute – wie die Gesundheitsämter – HIV-Antigen-Antikörper-Tests durch. Es ist aber nicht auszuschließen, dass einige Praxen noch die veralteten reinen Antikörper-Tests verwenden.

Lautet das Testergebnis HIV-positiv, wird es stets aktenkundig.

Das kann zu ungeahnten Folgeproblemen führen: So wird es etwa schwieriger (oder zumindest kostenintensiver), wenn Sie bestimmte Versicherungen abschließen wollen.

Aus unserer Erfahrung wissen wir leider auch, dass einige Ärzt_innen bei einem positiven HIV-Befund überfordert sind und schnell „kopflos“ oder zumindest unsensibel reagieren.

In einem solchen Falle legen wir Ihnen dringend nahe, zur Krisenintervention in Ihre örtliche AIDS-Hilfe zu kommen!

STI-Tests in Arztpraxen & Krankenhäusern

STI-Tests können Sie bei Dermatolog_innen (also Hautärzt_innen) sowie bei Urolog_innen bzw. Gynäkolog_innen (also Frauenärzt_innen) durchführen lassen.

Dies geht bei niedergelassen Ärzt_innen und auch im Krankenhaus.

In beiden Fällen entscheidet wiederum das Vorliegen einer Indikation, ob die Krankenkasse für die Kosten aufkommt oder nicht.

Chlamydien-Abstriche gehören für Gynäkolog_innen zur Routine.

Einige vor allem jüngere Mediziner_innen tun sich aber manchmal schwer eine Syphilis zu diagnostizieren: Galt diese in Deutschland doch über Jahre als „verschwunden“.

Der „STI-Check“

Einige Ärzt_innen bieten als eine Zusatzleistung gezielt STI-Checks an. Dies ist prinzipiell eine gute Sache.

Doch manchmal entpuppen sich diese STI-Checks als „Mogelpackung“: Denn wenn nur Blut abgenommen wird, kann lediglich auf HIV, Hepatitis und Syphilis getestet werden.

Zu einem richtigen STI-Check gehört außerdem die Inaugenscheinnahme (also das Ansehen und ggf. Abfühlen der Geschlechtsorgane) etwa zur Diagnostik von Genitalherpes und Feigwarzen.

Zum anderen sollte ein STI-Check eine Untersuchung auf Chlamydien und Gonokokken („Tripper“) beinhalten. Zum Nachweis einer Infektion der Harnröhre kann ein Urintest durchgeführt werden.

Bei aufnehmendem Analverkehr kann eine Infektion jedoch auch im Rektum (also im Enddarm), bei aufnehmendem Oralverkehr auch im Rachen (Pharynx) vorliegen. Dies kann nur mittels Abstrich untersucht werden.

Welche Untersuchungen angezeigt sind, hängt somit auch von der Sexualanamnese ab: Ärzt_innen, die Sie nicht offen nach den von Ihnen praktizierten sexuellen Handlungen fragen, können daher auch keinen qualifizierten STI-Check durchführen.

ahrlp_junges_paar_6HIV- und STI-Tests bei der Blutspende

Selbstverständlich werden alle Blutspenden in Deutschland routinemäßig auf HIV, Hepatitis und Syphilis untersucht. Diese Tests kosten die Blutspender_innen nichts.

Allerdings sind die Tests keinesfalls anonym: Im Falle eines positiven Befundes muss schließlich eine Zuordnung der Blutprobe zum Spender bzw. der Spenderin möglich sein.

Positive HIV- und STI-Befunde bei der Blutspende sind sofort aktenkundig – also genauso wie der Test bei niedergelassenen Ärzt_innen.

Eine Blutspende allein aus dem Grund, sich auf HIV testen lassen zu wollen, ist somit keine gute Idee. Zumal Hauptbetroffenengruppen und andere vermeintliche „Risikogruppen“ in Deutschland von der Blutspende ausgeschlossen sind.

Heimtests

HIV- und STI-Heimtests aus der Apotheke bzw. dem Internet sind in Deutschland nicht zugelassen.

Ein wichtiger Grund: Die Anwendung ist oft unsicher, so dass es leicht zu falsch positiven oder falsch negativen Testbefunden kommt. Beides ist gleichermaßen problematisch.

Lassen Sie also besser die Finger von HIV-Tests aus dem Internet.

Speziallabore

In Speziallaboren können Sie für oft sehr viel Geld HIV-Antigen-Antikörper-Tests durchführen lassen.

Da es dieses Angebot auch kostenfrei in den Gesundheitsämtern gibt, macht der Test im Labor jedoch wenig Sinn.

Allerdings bieten diese Labore auch den PCR-Test an, den man auch als „Virusdirektnachweis“ bezeichnen kann.

Da der PCR das Vorhandensein der HI-Viren direkt misst, braucht nicht erst die Antikörperbildung abgewartet zu werden.

Der Test ist somit bereits etwa 14 Tage nach einem Risikokontakt aussagekräftig. Allerdings gibt es bei der Aussagekraft des PCR-Tests Einschränkungen.

Wer bereits nach wenigen Wochen Sicherheit über seinen HIV-Status haben will, muss 80 bis 180 € für einen PCR-Test bezahlen.

Wo Sie in Ihrer Nähe ein Labor finden, das den PCR-Test anbietet, kann Ihnen Ihre örtliche AIDS-Hilfe mitteilen.