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AIDS-Hilfe Rheinland-Pfalz e.V.

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rheinland-pfälzischen AIDS-Hilfen
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HIV/AIDS – Epidemiologische Situation RLP

Das Robert-Koch-Institut (rki) berichtet jedes Jahr zum Welt-AIDS-Tag über die epidemiologische Situation bei HIV/AIDS zum jeweiligen Vorjahr. Aktuell liegen uns somit die Zahlen für das Jahr 2017 vor. Eckdaten HIV/AIDS in Rheinland-Pfalz

Menschen mit HIV in Rheinland-Pfalz

Ende 2017 lebten in Rheinland-Pfalz geschätzt mehr als 2.200 Menschen mit HIV, davon über 1.700 Männer und über 530 Frauen.

Etwa 1.300 (59,1 %) HIV-Infektionen entfallen dabei auf Männer, die Sex mit Männern hatten. 370 (16,8 %) Personen haben sich über heterosexuelle Sexualkontakte, etwa 200 (9,1 %) über intravenösen Drogengebrauch mit dem HI-Virus infiziert. Hinzu kommen mehr als 330 Menschen, die sich im Ausland mit HIV angesteckt haben (15,0 %).

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass mehr als 380 (17,3 %) HIV-Infektionen von Menschen, die in Rheinland-Pfalz leben, nichtdiagnostiziert sind. Weiterhin wissen somit viele Betroffene gar nicht von ihrer HIV-Infektion.

HIV-Neuinfektionen und -Neudiagnosen

2017 haben sich etwa 90 Menschen in Rheinland-Pfalz neu mit HIV angesteckt. Im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern und dem Bundesdurchschnitt fallen die HIV-Neuinfektionen in Rheinland-Pfalz damit vergleichsweise niedrig aus.

Die geschätzte Zahl der HIV-Erstdiagnosen im Jahr 2017 liegt bei 140. Die Unterscheidung zwischen HIV-Neuinfektionen und HIV-Neudiagnosen ist wichtig: oft liegen zwischen Ansteckung und Diagnose mehrere Monate bis Jahre.

50 (35,7 %) der HIV-Neudiagnosen des Jahres 2017 erfolgten erst bei fortgeschrittenem Immundefekt, also im AIDS-Stadium oder kurz davor.

Dieser hohe Wert ist sehr bedenklich: denn durch eine frühzeitige Diagnose und damit auch einem früheren Behandlungsbeginn kann ein Fortschreiten der HIV-Infektion und das Eintreten von AIDS heute fast immer verhindert werden.

Die geschätzten Todesfälle bei HIV-Infizierten liegen für das Jahr 2017 bei 25. Das Robert-Koch-Institut (rki) schätzt die Gesamtzahl der Todesfälle in Rheinland-Pfalz seit Beginn der Epidemie auf 1.100.

Fazit

Diese Zahlen verdeutlichen: Für die AIDS-Hilfen in Rheinland-Pfalz ist die Erhöhung der HIV-Testbereitschaft eine zentrale Aufgabe – auch, aber nicht nur in der Hauptbetroffenengruppe der MSM (= Männer, die Sex mit Männern haben)! Denn vor allem Menschen, die sich auf heterosexuellem Wege mit HIV infiziert haben, bilden die Gruppe der „Late Presenter“, also Personen, die erst sehr spät von ihrer HIV-Infektion erfahren.

Die vergleichsweise niedrige Zahl der HIV-Neuinfektionen unterstreicht hingegen die Qualität der geleisteten Präventionsarbeit durch die rheinland-pfälzischen AIDS-Hilfen und ihre Kooperationspartner.